28. September 2020

aula an Berliner Schulen

Liquid Feedback (LQFB) wird in leicht veränderter Form auch in Berliner Schulen eingesetzt. aula heißt die Plattform, die von der ehemaligen Piratin Martina Weißband entwickelt wurde.

Mit aula können Schülerinnen und Schüler in einem festen, vorher vereinbarten Rahmen eigene Ideen für die Gestaltung ihres Schulumfelds entwickeln, Mehrheiten dafür finden und die Umsetzung beschließen. Dabei werden sie didaktisch begleitet, um den Prozess zu reflektieren und die Verbindung zwischen Alltagsentscheidungen und demokratischer Verantwortung zu entdecken. aula funktioniert ähnlich wie Liquid Feedback: Vorschläge werden diskutiert, verändert und schließlich bewertet. Aber im Unterschied zu LQFB gibt es bei aula Moderator*innen, die entscheiden, ob „Wilde Ideen“ im „Themenraum“ zugelassen werden.

aula ist ein sehr verbindliches Verfahren. Am Anfang des Projekts wird eine verlässliche Basis geschaffen, die allen Beteiligten den Rahmen klar macht, in dem sich die Ideen der Schülerinnen und Schüler bewegen können und was die Rechte und Pflichten jeder/s Einzelnen sind. Dies wird mit dem aula-Vertrag geregelt. Im Normalfall handelt es sich bei diesem Vertrag um eine freiwillige Selbstverpflichtung der Schulkonferenz, die durch aula beschlossenen Ideen mitzutragen.

Die erste aula-Evaluation zeigt „positive Ergebnisse für die Kompetenzentwicklung der SchülerInnen im Bereich Demokratie-Lernen und insbesondere der Erfahrung von Selbstwirksamkeit. Dies spricht dafür, das Beteiligungskonzept weiter zu entwickeln und an weiteren Schulen sowie anderen Institutionen oder Organisationen einzusetzen. Für eine Weiterentwicklung und Fortführung spricht auch, dass 76% der Befragten aula uneingeschränkt oder unter bestimmten Bedingungen weiter nutzen möchten.“

Und worüber diskutieren die Schüler*innen? Im Sonderpädagogischen Förderzentrum (SFZ) Amberg, seit dem Frühjahr 2019 eine aula-Schule, wurden Abstimmungen durchgeführt zu einem Chill- und Spieleraum, zu Spinden für die Schüler*innen, zur Pausenhofgestaltung und über die Anschaffung größerer Fahrräder für die Verkehrserziehung. Folgende Beschlüsse wurden danach von der Schulkonferenz gefasst: Ein Kicker für die Aula wird durch die Schule angeschafft, das Schülercafé „Chill Lounge“ wird im Schuljahr 2019/20 wieder eingeführt, Spinde sollen zunächst für die Oberstufe angeschafft werden.“

In Berlin läuft aula seit dem Schuljahr 2018/19 in sechs Schulen. Einen ersten Erfahrungsbericht gibt es hier.