4. Juli 2020

Wir debattieren: Einstellen oder ausbauen?

Die positiven Rückmeldungen nach dem Neustart haben nicht zu mehr Beteiligung bzw. zu höherer Aktivität geführt. Es sind ernüchternde Entwicklungen gerade vor dem Hintergrund, dass das Programm zum Neustart wesentlich transparenter und einfacher geworden ist. Das ist der Hintergrund der Abstimmung: „Soll kiezdemokratie.de eingestellt werden?“

Auf der anderen Seite werden in Folge der Corona-Krise digitale Verfahren bedeutsamer. Telefon- und Videokonferenzen sind inzwischen in vielen Häusern (fast) selbstverständlich, ebenso im Verein. Wäre da nicht auch ein Diskussions- und Entscheidungsverfahren wie kiezdemokratie.de eine geeignete Möglichkeit? Erste Stimmen werden laut, dieses auch in den Hausgruppen stärker zu verwenden. Was denkt Ihr, was denken Sie? Wir wollen in den kommenden Wochen hier die Diskussion führen. Wer etwas beitragen möchte, kann die Kommentarfunktion nutzen oder einen Beitrag an info@kiezdemokratie.de schicken, wir werden ihn dann einstellen.

Kiezdemokratie bekannter machen – und „vorspielen“ statt einstellen

Jens Hakenes hat im Liquid-Feedback-Abstimmungsbereich einige Anregungen gemacht, wir auch hier wiedergeben wollen:

„Ich finde, wir sollten gerade jetzt versuchen, Kiezdemokratie bekannter zu machen – und dazu anregen, Kiezdemokratie einfach mal auszuprobieren. Wir werden uns wegen des Corona-Virus noch einige Zeit nur sehr eingeschränkt treffen können und brauchen daher mehr denn je Alternativen für Beirat, Hausgruppen, Arbeitsgruppen etc.

Vielen dürfte es allerdings ähnlich gehen wie mir gerade jetzt: Ist das hier überhaupt ein „Verbesserungsvorschlag“? Oder müsste ich nicht eigentlich eine „konkurrierende Initiative starten“? Ich weiß es nicht. Denn bisher habe ich nur ab und an hinein geschaut; aktiv genutzt habe ich Kiezdemokratie bisher leider noch nicht. Und das, obwohl ich quasi ständig online bin und viele verschiedene Online-Werkzeuge nutze…

Was könnten wir tun, um Kiezdemokratie bekannter zu machen? Gibt es vielleicht schon ein Video oder eine Präsentation, die eine Abstimmung von vorne bis hinten durchspielt? Wie wäre es, das in einem Online-Meeting live mit Interessenten durchzuspielen, um auch gleich Fragen zu beantworten? Was haltet ihr von einer virtuellen Kiezdemokratie-Sprechstunde, mehrfach oder gar regelmäßig? Oder von einem Podcast dazu? Habt ihr andere Ideen?

„Gerade jetzt ist kiezdemokratie wichtig!“

Andreas Böttcher, der uns beim Aufbau von kiezdemokratie.de begleitet, findet, gerade in Zeiten der Krise sind solche Instrumente wichtig. Hier seine Replik auf die Frage, kiezdemokratie.de demnächst einzustellen:

Durch die Corona Seuche ist eines schmerzlich deutlich geworden: unsere moderne Welt ist verletzlich. Wir können zur Zeit nur durch das Absagen von Veranstaltungen, Einstellen von Treffen größerer Gruppen, schlichtweg durch soziale Isolation entgegenwirken. Trotzdem müssen Entscheidungen getroffen werden. LiquidFeedback bietet hier eine Möglichkeit, handlungsfähig zu bleiben.
Ich fände es schade, diesen zukunftsweisenden Ansatz, welcher auch bei zukünftig absehbaren Krisen dieser Art ein richtungsweisendes Modell sein könnte, gerade jetzt zu beerdigen. Sicherlich ist die Beteiligung bisher nicht toll, aber wäre es nicht gerade jetzt sinnvoll, den Ansatz am Leben zu halten und aus naheliegenden Gründen sogar weiter zu entwickeln? Einen besseren Grund dafür, als eine solche Pandemie kann es doch kaum geben!